Glossar
Adoption
Schlimme Folgen für die Kinder, wenn sie es nicht wissen. Dieses Kind kann Mama und Papa nicht so lieb haben, wie es üblich ist, da die tiefe biologische und psychische Eltern-Kind-Verbindung fehlt. Dadurch glaubt das Kind, dass es falsch ist. „Ich bin kein richtiger Sohn bzw. keine richtige Tochter“ und suchen demnach die Schuld bei sich. Sie fühlen sich unzulänglich und erleiden ein weiteres Trauma in ihrem Leben. Die Trennung von den leiblichen Eltern ist immer traumatisierend. Egal, wie alt die Kinder bei der Adoption sind. Für die Adoptiveltern ist es ganz wichtig, die leiblichen Eltern zu achten. Vollkommen gleichgültig, ob sie den gängigen Wert- und Moralvorstellungen entsprechen oder nicht. Das ist auch für die Kinder wichtig, weil sie den leiblichen Eltern immer loyal sind, dabei spielt es keine Rolle, ob sie sie kennen oder nicht.
Frage an die Adoptiv-Eltern: Wenn die leiblichen Eltern anders gewesen wären oder in anderen Umständen, hätten Sie dann dieses Glück gehabt, dieses Kind adoptieren zu können? Gute Adoptiveltern achten immer die leiblichen Eltern zum Wohl des Kindes. (siehe frühere Partner)
Ausgleichen
siehe auch Geben und Nehmen
„Wenn dir etwas angetan wurde, dann gib zurück. Das Zurückgegebene, von dem darf es weniger sein,“ sagt Bert Hellinger. Im Ausgleich darf es beim Zurückgeben weniger sein, damit sich die Situation nicht hochschaukelt.
Bert Hellinger ist der „Finder“ der Systemischen Aufstellungen. Zu Beginn hatte ich (Monika König) widersprüchliche Gefühle: manches schien mir hart, manches schien auch frauenverachtend. Er ist sehr klar und ohne Kompromisse. Je tiefer ich da eingestiegen bin, desto klarer wurde mir meine Ambivalenz. Vom Herzen her konnte ich absolut nachvollziehen, was er meint. Von meinen Strukturen her, von meiner Erziehung und meinen Werte her, stieß Vieles auf verstandesmäßige Ablehnung. Auch Bert Hellinger hat sich weiter entwickelt. Zwischenzeitlich wurde er wesentlich sanfter. Vieles hat sich entschärft und vieles ist weicher und milder geworden. Seine Arbeit hat sich auch in den letzten Jahren verändert. Gleiches gilt für mein Empfinden.
Bulimie
beruht unter anderem auf der Tatsache, dass nur von der Mutter genommen wird, aber nicht vom Vater. Das kommt daher, weil die Mama dem Kind vermittelt, dass das, was von ihr kommt, besser ist als das vom Vater. So nimmt das Kind zuviel von der Mutter und muss daher brechen. Die Eltern konkurrieren um die Aufmerksamkeit und die Liebe der Kinder.
Dynamik
ist ein Vorwärts ohne Bremsen! Dynamik ist der Drang des Lebens, beinhaltet die entsprechende Kraft.
Etwas, was man übernommen hat
Kinder übernehmen nicht gelebte Gefühle der Eltern und Großeltern, meistens sehr schmerzhafte Gefühle: Trauer, Ohnmacht, Aggression, Schuld. Alles in blinder Liebe zu den Eltern. Ehepartner übernehmen voneinander scheinbar nicht selbst zu erlebende Empfindungen. Der Mann lebt für die Frau das Handeln, sie lebt für ihn das Fühlen. Einer fühlt sich tot und der andere ist für ihn lebendig. Einer ist ruhig, der andere ist temperamentvoll.
Familienaufstellungen
gehören auch zu den systemischen Aufstellungen. Hier wird entweder die Herkunfts- oder Gegenwartsfamilie aufstellt.
Frühere Partner
Ohne die geht nix! Wichtiger Bestandteil im Leben eines Menschen. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder da sind. Denke logisch! Aus der Partnerschaft kannst du jederzeit aussteigen, aus der Elternschaft nicht. Eltern bleibst du mit deinen früheren Partnern für immer. Die Achtung vor der ehemals gelebten Liebe und die Frucht daraus machen sie zu etwas Wichtigem. Halte dir stets vor Augen, dass du ja gesagt hast zu dieser Partnerschaft. Du hast sie bzw. ihn geheiratet. Die Beziehung ist von einer höheren Warte gesegnet, wenn Kinder daraus entstanden sind. Liebst du deine Kinder? Wo hast du sie her? Hättest du sie auch ohne deinen Partner/deine Partnerin? Zu spät und sinnlos, damit zu hadern, dir diesen Partner ausgesucht zu haben… oder dich gar dafür zu verurteilen, zu verachten für diesen angeblichen „Fehler“ (Mann, war ich blöd! Wie konnte ich nur…) Man muss die früheren Partner nicht mehr lieben, sondern achten als Mutter oder Vater der Kinder, auch wenn sie nicht den allgemeinen Wertvorstellungen entsprechen.
Geben und Nehmen
Kinder nehmen von ihren Eltern das Leben, das ihnen geschenkt wurde und machen etwas daraus. Kinder nehmen immer von den Eltern und können dies auch niemals ausgleichen. Sondern sie geben es weiter an ihre Kinder. Ausnahme davon ist das Pflegen der Eltern im Alter. Damit wird ein Teil zurückgegeben. Geben und Nehmen in Paarbeziehungen sollte ausgeglichen sein, weil Geber immer größer werden, Nehmer immer kleiner. Der Kleinere kann nicht ausgleichen, wird dem Geber böse und geht. Beispiel: der Mann studiert, die Frau sorgt für den Lebensunterhalt. Wenn man sich nicht nach Beendigung des Studiums um einen Ausgleich (z.B. ich ernähre dich während der Jahre des Studiums und wenn du fertig bist, bekomme ich 10 % von deinem Gehalt) bemüht, kann die Beziehung zerbrechen. Wenn das vertraglich festgelegt wird, kann so eine Partnerschaft auch halten.
Gegenwartsfamilie
Hierhin gehören alle Partner und Partnerinnen, die Spuren in der Seele hinterlassen haben. Sowie längere Partnerschaften, Verlobungen, Heirat und alle Partnerinnen und Partner, mit denen ein Kind gezeugt wurde. Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche und Abtreibungen eingeschlossen. Ebenso auch Partnerschaften, die belastet waren durch Gewalt, Alkohol, Selbstmord, Drogenkonsum.
Heilung
geschieht beim Aufstellen durch Integration ausgeklammerter Mitglieder, Übernahme von Schuld, Herausgehen aus einer Opferrolle, Zurückgeben von Schuld, Zurückgeben von blind übernommen Schmerz, Trauer, Schwere. Wenn Liebe wieder fließt, heilt es. Heilung geschieht durch neue Erfahrungen im gleichen Bereich. Neue Beziehungen heilen die Verletzungen aus alten Verbindungen. Jedoch muss man das Wagnis eingehen, sich auf eine neue Beziehung einzulassen und es dieses Mal anders zu machen. Durch positive neue Erfahrungen in der Partnerschaft wird eine alte Wunde geheilt. Die Narbe ist zwar sichtbar, aber sie gehört zum Leben. Die Verletzung ist sichtbar, jedoch abgedeckt durch eine neue Erfahrung.
Herkunftsfamilie
Hier befinden sich Mama, Papa, Geschwister, Geschwister der Eltern und die Großeltern, früh verstorbene Geschwister, fehl geborene Kinder.
Identifikation
man kann sich identifizieren mit ausgeklammerten Personen. Oder mit Personen, die ein schweres Schicksal oder hatten. Genauso mit Tätern in der Familie und früheren Partnern der Eltern. Auch mit Schwerkranken in der Familie.
Erkennbar ist dies z.B. an einer grundlosen Trauer, obwohl alles im Leben stimmt. Man neigt zu Aggression, obwohl man ein friedliebender Zeitgenosse ist („Keine Ahnung, was in mich gefahren ist. So etwas mache ich sonst nie!“).
Lösungen
entstehen meist durch Akzeptanz, Annahme, Annerkennung von Tatsachen und dass da sein darf, was ist. Etwas Zurückgeben, was übernommen wurde, ist auch Lösung.
Akzeptanz von Gewesenem, Zulassen von Schmerz, Schuld dort lassen, wo sie hingehört. Nämlich beim Täter.
Magersucht
Eine Magersüchtige solidarisiert sich immer mit einem Schuldigen, einem Dahinschwindenden, einem Ausgeschlossenen. Die innere Haltung der Magersüchtigen ist: „Lieber ich als du“. Meistens ist es der Vater. Ein Grund kann sein, dass der Vater mehr an seiner Herkunftsfamilie hängt und mehr interessiert ist als an der gegenwärtigen, seiner eigenen Familie.
Migräne
steht für eine unterbrochene Hinbewegung.
Opfer
eines Verbrechens, eines Missbrauchs geben die Schuld und die Verantwortung für das Geschehene zurück an den Täter und lassen es bei ihm. Dadurch werden sie frei von geglaubtem eigenen Verschulden, der irrigen Annahme, mit verantwortlich zu sein für das Geschehene, für das Unrecht oder sogar der Verursacher.
Ordnung im System
Die Ordnung der Liebe fließt vom Vater zur Mutter und vom Vater über die Mutter zum erstgeborenen, zum zweitgeborenen, etc. Die Energien von Vater und Mutter sind gleichwertig. In die Ordnung gehört auch, dass die Eltern den Kindern sagen, wo es langgeht. Die Kinder sind die Kleinen, die Eltern sind die Großen.
Organisationsaufstellungen
sind systemische Aufstellungen für Organisationen. Strukturen und Situationen von Organisationen in einer Aufstellung können sichtbar gemacht und analysiert werden.
Rangfolge
In der Herkunftsfamilie: Eltern haben Vorrang vor den Kindern.
In der Gegenwartsfamilie: ein neu gegründetes System (zweite Heirat) hat Vorrang vor dem ersten (vor der ersten Ehe). Kinder aus der ersten Beziehung haben Vorrang vor dem Ehepartner der zweiten Beziehung, da die Kinder vor dem zweiten Partner schon da waren. Die Gegenwartsfamilie hat Vorrang vor der Herkunftsfamilie. Die Rangfolge ist im Systemischen wichtig, da die Achtung die tragende Rolle spielt.
Scham
Ist ein völlig unnützes Gefühl. Sie verhindert den Einsatz der eigenen Ideen und Potenziale. Sich für jemand anderen zu schämen, bringt weder dem etwas noch mir. Es ist auch anmaßend aus dem Ego: Ich schäme mich für das Verhalten meines Kindes in der Schule. nicht weil es schädlich für das Kind ist, sondern weil es ein schlechtes Bild auf mich oder meine Erziehung wirft. Hier erscheint Angst vor Verurteilung.
Schuld und Sühne
Hat ein Vorfahre Schuld auf sich geladen, z.B. im Krieg mit nicht kriegsbedingten Handlungen (d.h. bei Erschießungskommandos oder Angriffen auf die Zivilbevölkerung, Vergewaltigungen), dann identifiziert sich ein nachfolgender mit den Opfern und sühnt somit die Taten seiner Vorfahren. D.h. er übernimmt Schuld und glaubt, kein gutes Leben, kein Glück, keine Liebe, keinen Erfolg haben zu dürfen und sühnt somit die Tat seiner Vorfahren unbewusst aus blinder Liebe und Zugehörigkeitsgefühl zum Clan. Mörder haben grundsätzlich die Zugehörigkeit zum Clan verwirkt.
Stellvertreter
zu sein (in eine Rolle gehen beim Aufstellen) bedeutet immer eine Erweiterung des allgemeinen Horizonts. In die Rollen zu gehen und dabei die gesamte Bandbreite an menschlichen Emotionen zu erleben, die demjenigen sonst nicht zu eigen sind, hilft, Wertvorstellungen zu verändern und Vorurteile abzubauen.
Systemische Aufstellungen
ist der Überbegriff für die verschiedenen Formen von Aufstellungen: Familienstellen, Strukturaufstellungen, Organisationsaufstellungen, etc. Denn wir befinden uns immer in einem System, egal ob es sich dabei um die Familie, den Körper, den Beruf, etc. handelt.
Täter
Wenn ein Familienmitglied zum Täter wird durch Raub, Betrug oder Ähnlichem, bleibt seine Zugehörigkeit zum Clan unberührt. Ein Familiemitglied aber, das gemordet hat, in der Familie wie auch außerhalb, hat seine Zugehörigkeit verwirkt. Ein solcher Täter wird unter Mitnahme seiner Schuld aus dem Clan entfernt, weil sonst die Gefahr besteht, dass sonst ein Nachfolgender oder Kinder ihn nachahmen oder sich mit dessen Opfern identifizieren.
Tod im Kindbett oder bei der Geburt
Das Kind fühlt sich schuldig am Tod der Mutter. Verdeckte, unterschwellige oder offene Schuldzuweisung vom Vater, von Geschwistern und sonstigen Familienangehörigen verstärkt den Schuldkomplex in dem Kind.
Tote
Besser: früh Verstorbene (Elternteile, Geschwister, leibliche Kinder) sind immer traumatische Erfahrungen für die Angehörigen. Belastend sind vor allem Schuldgefühle, Erschütterungen des Grundvertrauens, Gefühle des Verlassenwerdens, des Allein- und Zurückgelassenseins. Schmerzvolle Verluste führen zu Ausklammerungen früh verstorbener Personen, die aber zum Clan gehören. Über die Aufstellungen mit Auflösen dieses Schmerzes werden diese Personen wieder im System integriert. Das Auflösen dieses Schmerzes löst auch die anderen damit verdrängten Schmerzen und somit Traumata auf.
Übelkeit
steht für Schuldzuweisung, Schimpfworte.
Übergewicht
Hunger fühlen heißt ich nehme ab.
unterbrochene Hinbewegung
Angenommen, ein Kind ist in Not und schreit nach der Mutter, doch sie kommt nicht. Das Kind möchte sich zur Mutter oder zum Vater hinbewegen. Allerdings kann die Mutter es vielleicht nicht in diesem Moment hören oder befindet sich nicht an Ort und Stelle. In diesem Moment passiert eine „unterbrochene Hinbewegung“. Die Hinbewegung des Kindes zu einer wichtigen Bezugsperson wie Mutter oder Vater wird unterbrochen. Im Erwachsenenalter ergeben sich Störungen. Wir bleiben als Erwachsene an einem Punkt stehen in der Hinbewegung, weil uns das Ziel nicht sicher erscheint („Das krieg’ ich sowieso nicht!“). Die Sehnsucht des Kindes nach der Mama oder dem Papa bleibt und zeigt sich im Erwachsenenalter oft in Form von Wut auf einen Elternteil.
wissendes Feld
ist verstandesmäßig nicht so leicht nachvollziehbar. Wissenschaftler wie Rupert Sheldrake haben herausgefunden, dass es ein morphogenetisches Feld gibt. Auch wissendes Feld oder auch Akashachronik genannt. In diesem Feld sind anscheinend alle Ereignisse gespeichert, sagt man. Während der Aufstellungen zeigt sich das wissende Feld. Die Stellvertreter, die während einer Aufstellung in die Rollen für Familienmitglieder, Organe oder Aspekte gestellt werden, bekommen Zugang zu den unbewussten und unbekannten Informationen und Gefühlen der Rollen.
zurückgeben, was nicht zu einem gehört
da Übernommenes wie Schuld als Last empfunden wird, ist der „Lastenübernehmer“ dem anderen böse, weil er gefordert ist. Wenn dein Großvater jemanden getötet hat, bist du nicht schuld. Das Übernommene wird in der Aufstellung zurückgegeben. Oft übergeben Eltern die Verantwortung für die Geschwister an die Kinder. Aber das überfordert die Kinder. Auch das wird zurückgegeben.
Zweite Ehe
Der zweite Partner sollte den ersten achten, sonst ereilt ihn dasselbe Schicksal wie den ersten. Kinder aus erster Ehe haben Vorrang vor dem zweiten Partner.
